Elmar Altvater

Geld, Globalisierung, hegemoniale Regulierung



Einleitung: Theoretische Kruditäten oder wie der Wert des Geldes fundiert wird


Die Geschichte des Geldes läßt sich als die der monetären und finanziellen Innova-tionen schreiben. Sie werden, wie technische Innovationen von Produktionsprozessen und Produkten auch, von geschäftlichen Interessen veranlaßt. Auch Geld ist eine Wa-re, also spielen Preis, Qualität, Sicherheit eine entscheidende Rolle. Die Interessen sind in der monetären Sphäre so unterschiedlich wie die Funktionen, die das Geld als Gebrauchswert erfüllt. Traditionell unterscheidet die ökonomische Theorie ja zwi-schen den Funktionen des Zirkulationsmittels (Tauschmittels), Wertaufbewahrungs-mittels (Schatz), Zahlungsmittels (Kredit) und Wertmessers. Unter der hier zur De-batte stehenden Frage nach den Innovationen interessieren besonders jene des Zirku-lationsmittels und des Kredits. Darüber hinaus hat Geld den Gebrauchswert, mehr Geld zu bringen. Dann fungiert es als Kapital .
Als Wertmesser wie als Wertaufbewahrungsmittel ist das Geld noch mehr oder we-niger Bestandteil der realen Sphäre. Der Wert der Ware wird in Geld ausgedrückt (Preis), kann so gemessen und in Geldform aufbewahrt werden. Am Anfang ist also die Ware, jene Form, die die Arbeitsprodukte annehmen, wenn sie für den Markt pro-duziert werden. Jedenfalls werden Produkte als Waren nicht deshalb getauscht, weil es Geld gibt, sondern umgekehrt: Weil die Produkte getauscht werden, gibt es Geld. Die-se so grundlegende Erkenntnis von Marx ist in der geldtheoretischen Diskussion die-ses Jahrhunderts verschüttet worden. Das Geld gibt der Ware die geldwirtschaftliche Form, Vorbedingung der Wirksamkeit monetärer Funktionen. Ohne Geld könnte es die als Kennzeichen der Moderne verstandene "funktionelle Differenzierung" der Ge-sellschaften nicht geben. Das Geld ist als abstraktes Maß jedoch ein so unwiderstehli-ches Faszinosum, daß es selbst in seiner Funktion als Zirkulationsmittel und als Wertmesser (Maß der Werte), in der es undenkbar ohne die Waren ist, die es zirku-liert, schon die Abstraktion von realen ökonomischen Prozessen zuläßt, ja inspiriert . Ökonomische Prozesse finden in diesem Verständnis nur in der monetären Zirkulation statt. Produktion oder Konsumtion gehören nicht dazu; die reinen Geldbeziehungen werden durch die physikalischen Transformationen von Stoffen und Energien in der realen Produktion irgendwie befleckt. Ähnlich denken auch Monetärkeynesianer, wenn sie sich gegen die These von der Möglichkeit der Entkopplung von realer und monetärer Sphäre wenden (z.B. Heine/ Herr 1996), weil ja die reale Sphäre in der mo-netären aufgehe, sofern sie überhaupt von Interesse ist. Der Profit ist danach auch nur eine andere Form des Zinses und daher direkt vergleichbar. Daß der Kapitalwert auch die materielle Produktion durchlaufen muß, wenn der Wert des Geldes real fundiert bleiben und nicht inflationär ausgedünnt werden soll, und daß der Profit ebenso wie der Zins (konkurrierende) Bestandteile des (real) produzierten Überschusses (Mehrwerts) sind, ist eine Blindstelle der Theorie geworden. Marx hat versucht, die Gründe für den monetären Sauberkeitswahn herauszufinden und sie darin gesehen, daß erstens Kapital selbst als Ware angeboten wird und auf dem Kapitalmarkt einen „Preis" erzielt, daß zweitens „die Fixation seines Preises daher Fixierung seines Marktpreises wie bei allen andern Waren ist", während die „allgemeine Profitrate als ein verschwimmendes Nebelbild erscheint", daß drittens das zinstragende Kapital „als an sich gemeinsames Kapital der Klasse,... der Wucht nach, in der Nachfrage und An-gebot von Kapital..., als konzentrierte, organisierte Masse... auf(tritt)". Wucht und Konzentration des Leihkapitals sind mit der Globalisierung finanzieller Beziehungen im letzten Drittel des 20.Jahrhunderts im Vergleich zu den - aus heutiger Sicht nahezu - harmlosen Größenordnungen zu Marx’ Lebzeiten enorm gesteigert worden. Daher fällt bei der ökonomischen Globalisierung vor allem die monetäre Dimension auf; die dramatis personae sind in dieser Lage weniger jene traditionellen Kapitalisten, die dem „verschwimmenden Nebelbild... Profitrate" in der realen Produktion nachjagen als die Geldvermögensbesitzer, die sich an einem bestimmten Zinsfuß orientieren, „der zwar seiner Größe nach schwankt, aber dadurch, daß er gleichmäßig für alle Borger schwankt, ihnen stets als fixer, gegebner gegenübertritt" (alle Zitate: MEW 25: 381). Da lassen sich gut die abstrakten Rationalkalküle bei Spekulation, Arbitrage oder schlichten Absicherungsgeschäften anwenden, wobei die Grenze zwischen normalem Geschäft und Spekulation durchaus fließend ist . Obwohl also die Vergesellschaftung doppelt, nämlich durch Arbeit (Produktion) in der materialen Ökonomie und zugleich geldvermittelt im monetär gesteuerten Zirkulationsprozeß erfolgt, und eine kapitalisti-sche Gesellschaft mithin janusköpfig ist - sie ist zugleich Arbeitsgesellschaft und Geldgesellschaft (dazu Altvater/ Mahnkopf 1996) - stehen im modernen ökonomi-schen Diskurs allein die monetären Beziehungen im Vordergrund. Geld zählt: Zahlen und Nicht-zahlen, alles andere ist Nebensache. Kapital erscheint als Ding, der Zins als „Frucht" des Kapitals. In dieser „begriffslosen Form" (MEW 25: 405) ist die Ver-mittlung über Arbeit und Produktion, also über die reale Sphäre des Wirtschaftens unterbrochen. Geld wird als Zinsen abwerfendes Kapital wahrgenommen, aber ohne in der Wahrnehmung den Blick in die Sphäre der Produktion zu werfen, wo die „Früchte" zur Reife gebracht werden.
Daß dies so sein kann, hat generell mit dem Fetischismus zu tun, der in der Kapital-form enthalten ist. Kapital scheint nur eine quantitative Größe zu sein, die um Zins und Zinseszins vermehrt werden kann. In der Zinseszinsformel der monetären Sphäre sind tatsächlich keinerlei Grenzen erkennbar. Und doch existieren diese Grenzen qua-litativ, freilich nur dann, wenn die reale Ökonomie in Betracht gezogen wird. Marx weist darauf hin, daß Kapital im realen Reproduktionsprozeß nicht nur verwertet, son-dern auch - infolge technischen Fortschritts - entwertet wird. Obendrein sinkt im Ver-lauf der Akkumulation die durchschnittliche reale Profitrate, die eine qualitative Ver-teilungsgrenze gegenüber dem Anstieg der Zinsen darstellt (MEW 25: 411) . Die Glo-balisierung der vergangenen Jahrzehnte hat dazu beigetragen, daß die realen Bedin-gungen der Arbeit „am Standort" wie verblendet nur mehr unter dem monetären Druck der globalen Konkurrenz betrachtet werden. Der monetäre Fetischismus hat durch die Globalisierung Nahrung erhalten, weil ja in der „Standortkonkurrenz" Arbeit und reale Produktionsbedingungen, die qualitative Grenzen aufwerfen, zu abhängigen Variablen von der unabhängigen Variable „Vorgaben des Weltmarkts" abgestuft wur-den. Die Vereinseitigung der monetären Verhältnisse (in der Systemtheorie und im monetären Keyesianismus) ist ein ziemlich kruder Reflex auf die Handlungslogik von Geldvermögensbesitzern, die sich im scheinbar von den realen Bedingungen der Pro-duktion und der Arbeit befreiten Raum der finanziellen Globalisierung bewegen kön-nen. Qualitative Grenzen kennen sie nicht, und wo sie existierten, sind sie abgebaut worden, so daß Grenzen allenfalls im quantitativen Vergleich verschiedener Zinssätze auftauchen - und einen Anreiz zur Spekulation darstellen.
Dies ist eine Konsequenz von Deregulierung, die in der Geschichte des Kapitalis-mus eine wellenförmige Entwicklung genommen hat. Unter dem Goldstandard erhielt das Goldstück seine nationale Prägung durch den staatlichen Stempel. Aber er spielte allenfalls als Garantie des Feingehalts und des Gewichts eine Rolle und verschwand sofort, wenn das Goldstück in die neutrale Barrenform eingeschmolzen wurde. Der private Bankkredit fand seinen Wertanker eben in der Materialität des Goldwerts. Kein Geldtheoretiker konnte unter dem Goldstandard auf die Idee kommen, daß Geld nichts mit der materialen und realen Welt zu tun hätte. Allerdings ist die Metallform des Geldes eine (gerade wegen der Materialität) höchst begrenzte und angesichts der kapitalistischen Akkumulationsdynamik höchst ungeeignete. Das Geld im Kapitalis-mus tendiert dazu, sich von allen materialen Bindungen frei zu machen, das Kapital ist am mobilsten, wenn es „fiktiv" ist und weder auf materiale noch auf soziale Bindun-gen Rücksicht nehmen muß. Infolgedessen findet auch unter dem Goldstandard der größte Teil des Geldumlaufs in Form von Kreditgeld (Wechsel, Schecks, Dispositi-onskredit, Kreditkarte) statt. Die Geldform und die Funktionen, die sie näher bestim-men, muß nicht durch Gold oder anderes schwergewichtiges Metall gewahrt werden, das Zeichen auf Papier (Banknote, Scheck und Wechsel) oder in Form von Bytes reicht aus. Jedoch müssen nun Regeln gesetzt werden, nach denen der Wert des Gel-des institutionell fundiert wird, durch die der „Kredit", das Vertrauen in das Geld, er-halten bleibt. Regulierung ist also eine notwendige Konsequenz jener Innovation des Geldes, die es vollbrachte, von der Wertfundierung durch das Geldmaterial abzusehen. Die Banknoten, die an Stelle von Gold zirkulierten, waren dann sicher und wertfun-diert, wenn der „Nationalkredit" (MEW 25: 417) dahinterstand, wenn also die die Banknoten ausgebende Bank öffentliche Funktionen erfüllte und damit zur Zentral-bank wurde.
Die Frage nach der Wertfundierung des Geldes, also die nach der Bindung von Geldwert und Realwert, nach dem Verhältnis von monetärer und realer Wirtschaft war, wie angedeutet, leicht und eindeutig unter dem Goldstandard zu beantworten; letztlich bestimmte der Metallwert des Goldes, also die zur Extraktion aufgewendete Arbeit, den Geldwert. Die monetäre Welt war Teil der realen Welt von Arbeit. Ar-beits- und Geldgesellschaft waren eine Einheit. Aber Kapitalismus heißt auch, daß nicht die Arbeit das „Subjekt" der gesellschaftlichen Dynamik bleiben kann, sondern daß Geld und Kapital an deren Stelle treten. Es ist daher nur logisch, wenn Geld zum Steuerungsmedium wird und sich dabei von den Restriktionen der Arbeit und der ma-teriellen Produktion so weitgehend wie dies sozial und ökologisch überhaupt möglich ist , abkoppelt. Es war daher kein historischer Unfall, daß der Goldstandard im Ver-lauf des Ersten Weltkriegs abgeschafft worden ist, und daß die Versuche Großbritan-niens 1931 scheiterten, ihn wiederherstellen zu wollen. Auch die Aufgabe der - seit Ende der 50er Jahre sowieso nur formellen - Goldfundierung der Weltwährung US-Dollar im Jahre 1971 ist kein Betriebsunfall, dem so mancher aufrechte Keynesianer noch heute nachtrauert, sondern Konsequenz der Logik kapitalistischer Akkumulation.
Doch wie soll die Wertfundierung des de-materialisierten Geldes gelingen, wenn die Materiatur des Geldes nichts mehr wert ist? Unter dem Goldstandard konnte man gut und gern auf eine Zentralbank verzichten - auch wenn der Rekurs auf den Natio-nalkredit eine Nationalbank (z.B. die Bank of England aus der Welt der normalen Ge-schäftsbanken hervorhob, in einer Papierwährung kann man es nicht, und in einer di-gitalen Währung wird dies erst recht nicht möglich sein. Daher entstehen die Zentral-banken tatsächlich erst mit dem Ende des Goldstandards, zum Teil erst - wie in den USA - im 20.Jahrhundert nach der Krise der 30er Jahre.
Die Wertfundierung des Geldes wird in modernen Gesellschaften (Geldwirtschaften) in der Zentralbank institutionalisiert. Dies ist ihre erste Aufgabe. Das Geld muß institutionell knappgehalten werden, um den Wert nach innen und au-ßen (in der Währungskonkurrenz) zu halten, wenn der Wert nicht durch den Metall-wert gesichert ist. Der Begriff der Knappheit verweist auf das Verhältnis von Geld-menge (Geldangebot der Zentralbank) und Liquiditätsvorliebe (Geldnachfrage des „Publikums"). Daraus ergibt sich die Unverzichtbarkeit der Zentralbank als einer po-litischen Institution, die nun institutionelle Regeln der Geldmengensteuerung in bezug auf die Leistungen der Arbeit entwickeln muß, weil die neutrale Bindung an die durch Arbeit produzierte Metallmenge nicht mehr existiert. Nur wenn es der Zentralbank gelingt, den Geldwert (in der Zeit gegen Inflationierung und im Raum gegen eine Währungsabwertung) zu stabilisieren, können sich Schuldner im Zentralbankgeld de-finitiv entschulden, sind Geldvermögensbesitzer bereit, ihre Vermögen in der entspre-chenden Währung zu halten und die Tilgung der Schulden zu akzeptieren.
Die zweite Aufgabe der Zentralbank ist die der Aufsicht und Kontrolle. Die Mög-lichkeiten der Wahrnehmung dieser Funktion sind auf den „Märkten" freilich begrenzt - wie sollte es in einer privat gesteuerten Wirtschaft auch anders sein! Die Aufsicht der Zentralbank kann sich angesichts der Innovationen von Geld und Finanzen auf globa-len Märkten daher auf nur einige „key rules" beschränken: Finanzielle Risiken auf den infolge finanzieller Innovationen höchst volatilen Märkten sollten, so Bundesbankprä-sident Hans Tietmeyer, möglichst durch Kapital abgedeckt werden, ein Minimum an Transparenz auf internationalen Finanzmärkten müsse gewährleistet sein, und ein „bailing out" seitens der Zentralbank oder der Regierung müsse ausgeschlossen sein, um „moral hazard"-Probleme gar nicht erst aufkommen zu lassen (Tietmeyer 1996; ähnlich Meister 1996). Im Zuge der Entmaterialisierung löst sich das Geld aus den Regeln, denen es als „öffentliches Gut" unterworfen ist. Es wird von der Goldbindung befreit; das ist inzwischen Geschichte. Es wird im bargeldlosen Geschäftsverkehr vom realen Bargeld unabhängig. Das ist heute in der Welt von Euroschecks und Kreditkarte normal. In der Tendenz aber löst sich das Geld auch aus den Bindungen der Zentral-banken; es wird sozusagen zentralbankgeldlos dadurch, daß private Institutionen Geld „produzieren", Geld „schöpfen": Das ist vor allem beim Computergeld der Fall. Geld wird daher, dies ist die Utopie des liberalen F.A. v. Hayek, mehr und mehr privatisiert. Daß es so seinen Charakter als öffentliches Gut teilweise einbüßt, ist ein Aspekt der monetären und finanziellen Innovationen. Doch die Privatisierung der Geldvermögen und die Freiheit des „Publikums", sich das Geld ihrer Wahl (eine nationale Währung oder die „Währung" eines card issuers) auszusuchen, hat eine Kehrseite: Erstens die Gefahr, daß bei immer engerer Vernetzung verschiedener Märkte (sowohl räumlich als auch zeitlich hinsichtlich der Fristenstruktur) Risikofälle nur noch schwer isoliert wer-den können. Zweitens ergibt sich bei der Privatisierung eine Tendenz der Sozialisie-rung von Schulden; die wachsende Staatsverschuldung in nahezu allen Ländern ist geradezu notorisch. Es ist offensichtlich, daß diese Tendenz auf die erste Funktion der Zentralbank zurückwirkt, den Wert des Geldes mit politisch-institutioneller Macht, aber unter Ausnutzung der Marktsignale zu fundieren .

Budgetrestriktion und Geldfetisch

Innovationen des Geldes in seiner Funktion als Zirkulationsmittel zielen (1) auf den „Seignoragegewinn", also auf die Differenz zwischen realem und nominellem Geld-wert, oder (2) auf die Gebühren seiner Nutzung (bei Transaktionen, bei der Ausgabe oder beim Aufladen von money cards) oder (3) auf eine Senkung von Transaktionsko-sten, (4) auf eine Stärkung der Geldillusion, die das Publikum zu sonst weniger leicht fallenden Kaufentscheidungen, ja zu einem „Kaufrausch" mit Geld veranlassen kann, das sie scheinbar aus dem Computer holen für Waren, die sie nicht benötigen, um Leuten zu gefallen, die sie nicht leiden können (nach Scherhorn). Dazu werden Mar-keting-Strategien entwickelt, die explizit an die money card oder an off-line-Geld ge-bunden sind: Kundenbindung durch Bonuspunkte, verbesserte Dienstleistungen oder durch die Methode des „Anfütterns": Kunden wird der Einstieg ins On-line-shopping durch ungedeckte Startkredite auf einem virtuellen Konto (das ja den issuer kein Zen-tralbankgeld kostet) erleichtert (Vgl. Der Spiegel 30/1996: 140). (5) wäre noch auf die Vorteile einer reduzierten Bargeldhaltung zu verweisen. Je weniger das Material des Geldes wert ist, desto größer der potentielle Seignorage-Gewinn; im Falle elektronisch dematerialisierten Geldes kann dieser im Prinzip dem Nominalwert des Geldes fast gleichkommen. Computergeld (on-line wie off-line) bezieht sich derzeit vor allem auf Geld als Zirkulationsmittel.
Anders ist dies beim Geld in seiner Funktion als Kredit. Die Innovationen des „zinstragenden Kapitals" sind darauf aus, die Mobilisierbarkeit von Beständen zu er-leichtern und die Flexibilität der Anlagen zu erhöhen, um (1) die zinstragenden Anla-gemöglichkeiten im globalen Raum oder die Wechselkursbewegungen in der Wäh-rungskonkurrenz und die Zonen niedriger Regulationsstandards optimal ausnutzen (Spekulation), (2) an den globalen Einkommensflüssen (aus der „realen Wirtschaft") möglichst weitgehend durch Ausnutzung aller Unterschiede von Zinsen und Profitra-ten teilhaben (Arbitrage) und um dabei (3) Risiken durch Risikotransformation min-dern zu können (hedging). Dies ist in der Regel gemeint, wenn von „Finanzinnovationen" im Zusammmenhang mit der „Globalisierung" die Rede ist. Hier tut sich die „neue Welt" der Finanzderivate auf. Sie sind die heute spektakulärste Finanzinnovation, die sich selbstverständlich der modernen Informationstechniken bedient. Die informationstechnischen Innovationen sind mit den Innovationen des Geldes als Zirkulationsmittel homolog.
Gemeinsam ist Computergeld und Finanzinnovationen die Dematerialisierung des Geldes. Geld ist, wie Marx und auch Keynes wohl begriffen haben, zuvörderst ein soziales Verhältnis. Die Form des Geldes ist im Prinzip schon verstanden, das „Geldrätsel gelöst" (MEW 23: 62; Riese 1995), wenn man die Warenform als ein ge-sellschaftliches Verhältnis, das der äußerlichen Erscheinung bedarf, erkannt hat . Geld vereinheitlicht Gesellschaften, indem es alle substanziellen Verschiedenheiten in sei-ner formalen Qualität des gemeinsamen Zeichens aufgehen läßt; Geld ist sozusagen ein sozial konstruiertes substanzloses Nichts. Ohne dieses Nichts freilich gilt niemand etwas : Geld ist das „wahre Gemeinwesen" (Marx). Geld spaltet aber zugleich Gesell-schaften, denn Geld ist immer Doppeltes: eine Forderung (Geldvermögen) einerseits, der eine Verpflichtung (eine Schuld) andererseits entspricht (Vgl. Altvater/ Mahnkopf 1996: 148). Es begründet also eine soziale Beziehung zwischen Gläubiger und Schuldner, die sich zu einem harten Gegensatz vereinseitigen kann, wenn Schuldner und Gläubiger nicht durch gesellschaftliche Beziehungen verbunden sind, die das Verhältnis mildern und seine Zuspitzung zum harten Gegensatz ausschließen. Das war vor der Heraufkunft des Supermarktes so, wenn im Laden oder in der Kneipe „angeschrieben" werden konnte. Diese persönlich gefärbten Gläubiger-Schuldner-Beziehungen jedoch sind mit der „fordistischen" Durchrationalisierung passé. Wenn die soziale Beziehung global ist, dann auch der Gegensatz von Gläubigern und Schuldnern. Und wo soziale Nähe nicht mehr die ort- und zeitlose Kreditbeziehung mildert, ist für Beziehungen der Reziprozität, der Gemeinschaft oder gar der Solidari-tät kein Raum.
Das im Austausch „zur Erleichterung" entstandene Geld erlegt den Tauschpartnern allerdings Zwänge auf. Das Geld erzwingt die Produktion eines Überschusses und enthält daher alle Voraussetzungen für seine Verwandlung in Kapital. „Geldfetisch" hieß dies bei Marx, „budget contraints" sagen die modernen Ökonomen, um hinzuzu-fügen, daß diese im „realen Sozialismus" außer Funktion gesetzt waren und dieser Sachverhalt maßgeblich zu den Effizienzverlusten des Systems beigetragen hat . Die-se „Sachzwänge" sind unabhängig von der Materiatur, in der das Geld existiert, sie sind ein Resultat der Geldform, in die sich die Produkte der Arbeit verwandeln müs-sen, wenn sie gesellschaftlich etwas gelten sollen.
Wegen der Bedeutungslosigkeit des Geldmaterials sind an die Stelle des Goldes im Geschäftsverkehr schon sehr früh (beispielsweise im Geschäftsverkehr der Tempelrit-ter im Mittelmeerraum oder des Deutschen Ritterordens im Baltikum) Papiere (Schecks, Wechsel, Banknoten) getreten. Mehr noch: die dominanten Funktionen des Geldes bestimmen das soziale Verhältnis der Menschen. Das Geld als Zirkulations-mittel vermittelt Käufer und Verkäufer, verwandelt also die Menschen in Marktteil-nehmer, entreißt sie allen anderen Beziehungen, die nicht marktvermittel sind . Das Geld in seiner Funktion als Kredit verwandelt sie in Gläubiger und Schuldner, und dies infolge der Globalisierung und der damit einhergehenden finanziellen Innovatio-nen weltweit. Dadurch werden einerseits monetär begründete Abhängigkeiten erzeugt, andererseits aber die bereits erwähnten Zwänge ausgeübt, die die kapitalistische Dy-namik erzeugen. Denn, so bereits Marx, der Teil des Bruttoprofits, der dem Kredit gewährenden Kapitalisten gehört, ist vorausgesetzt, „bevor der Produktionsprozeß beginnt, also bevor dessen Resultat, der Bruttoprofit erzielt ist" (MEW 25: 386). „Das zinstragende Kapital ist das Kapital als Eigentum gegenüber dem Kapital als Funkti-on" (MEW 25: 392). Die „Budget-Restriktion" besteht gerade darin, daß die Logik des Eigentums (Erzielung des Zinses) die Funktion (im Produktionsprozeß) bestimmt, nämlich den realen Profit erzielen zu müssen. Freilich gilt dieser Imperativ nur in der Beziehung zwischen Kreditgeber und Unternehmer. Auch die Geldvermögensbesitzer untereinander betreiben Geschäfte, die derselben Regel von Rendite und Rentabilität gehorchen. Für einzelne kann eine positive Rendite nur herausspringen, wenn andere entsprechende Verluste machen, es sei denn die reale Ökonomie wird von der Fi-nanzwelt angezapft. Dies scheint eines der wichtigsten Elemente der Globalisierung zu sein, worauf zurückzukommen sein wird.

Monetäre Innovationen I: Digitales Geld als Zirkulationsmittel

In diesem Kontext ist das digitale Geld als Zirkulationsmittel zu sehen, das prinzi-piell zwei technische Formen annehmen kann: on-line und off-line. On-line-Geld wird in Computer-Netzwerken genutzt, z.B. beim „shopping" im Internet; off-line Geld nimmt die Form der moneycard oder der mehrere Funktionen vereinenden Multicard an, die „prepaid", also „mit Geld aufgeladen" wird und daher off line funktioniert . Die „electronic purse" (eine spezielle Form der Debit-Karte) trägt das Geld sozusagen in sich, und dieses ist so gut wie Zentralbankgeld, da die Karte ja von einem Konto aufgeladen und im Geschäftsverkehr „entladen" wird, indem die fälligen Beträge wie bei einer Telefonkarte chip-gesteuert abgebucht werden. Der Ladevorgang kann am Bankschalter, an „automatic Teller Machines" (ATMs) oder an speziell dafür ausgerü-steten Telefonen gegen eine Belastung des Kundenkontos bei der die Karte ausstellen-den Institution oder gegen Einzahlung von Bargeld, also von Zentralbankgeld, erfol-gen.Mit ihr können auch Kleinstumsätze abgewickelt, also kleine Beträge abgebucht werden. Schätzungsweise ein Fünftel aller Bargeldumsätze, die weltweit von VISA mit mehr als 8000 Mrd US$ angegeben werden (auf dem Kongreß „Die Chipkarte im Alltag, Januar 1996, Berlin, p. 11), betragen weniger als 10$. Da ist also ein beträcht-liches Potential für die money card gegeben, also für den Zugriff der großen Banken, die die Funktion des Zirkulationsmittels rationalisieren wollen, auf die alltagsweltli-chen und weitgehend routinisierten Geldausgaben. Anders als bei der „single purpose card" (z.B. Telefonkarte) sind bei der electronic purse Ausgabe-Institution und Insti-tution, die die Dienstleistung liefert, nicht identisch. So wird also Zentralbankgeld lediglich substitutiert, aber kein neues Geld geschaffen - und doch dürften sich da-durch die Zahlungsgewohnheiten und folglich die monetäre Zirkulation verändern.
Die Karte kann für alle Beteiligten von Nutzen sein. Wäre es nicht so, wären die Chancen ihrer Durchsetzung gleich null. Die ausgebende Institution verdient an den Umsätzen mit der prepaid card. Die Geschäfte, die die Karte akzeptieren, müssen nicht mehr mit Bargeld umgehen, sparen daher Kosten und finden Kunden vor, die wegen der Entsinnlichung des Computer-Geldes eher von der „Geldillusion" befallen sind als wenn sie es mit Zentralbankgeld zu tun haben. Die Konsumenten spüren die Budget-Restriktionen des Geldes nicht sofort und sind obendrein auch in der Lage, Transakti-onskosten zu senken: sie müssen nicht immer zur Bank laufen, um von einem Konto Zentralbankgeld für die kleinen Käufe abzuheben. Raub und Diebstahlsgefährdungen sind verringert. Die Zeitersparnis kann für alle Beteiligten beträchtlich sein.
Das Verbreitungspotential des elektronischen Geldes (off-line und on-line) ist da-her groß, sofern es erstens gelingt, die Gebühren für die Nutzung gering zu halten, zweitens Kompensationen für Verlust oder Fehlfunktionen der Karte zu finden, drit-tens die technischen Möglichkeiten des Umgangs mit ihr zu vereinfachen und sie viertens gegen jeden Mißbrauch abzusichern. Dann kommt aber fünftens die schwie-rigste zu überwindende Hürde hinzu: das Verhalten der Menschen, die seit Generatio-nen an das papierene und metallische Material des Geldes gewohnt sind und Hemm-schwellen überwinden müssen, wenn sie mit elektronischem („virtuellem") und nicht mehr materialen („reellem") Geld umgehen müssen. Im sinnlich vorhandenen Geld kann man wie Onkel Dagobert „schwimmen". Mit Computergeld kann man allenfalls im Internet „surfen". Digitales Geld erfordert soziale Abstraktionsleistungen, die kei-neswegs selbstverständlich sind. Und es schließt im Prinzip fremde Kontrolle über Ausgabeverhalten etc. nicht aus, kann also ein Mittel sein, um den „gläsernen Bürger" zu erzeugen.
Dennoch könnte die „eletronic purse" den Umlauf von Zentralbanknoten und Mün-zen in der Zukunft zu einem Teil ersetzen. Damit sind aber eine Reihe von neuen Pro-blemen verbunden. Mit der Erleichterung des Zahlungsverkehrs und des kurzfristigen Kredits wird für die privaten Kreditnehmer Geld leichter verfügbar. Der Konsumen-tenkredit, eine typische Innovation des „Fordismus" zur Verstetigung und Steigerung der Massennachfrage mit der Konsequenz, daß die letzten Inseln der häuslichen Subsi-stenzproduktion aufgelöst wurden, hat schon dazu beigetragen, daß die privaten Haus-halte ihre Verschuldung für Konsumzwecke erhöht haben . Es hängt von den in der realen Ökonomie erwirtschafteten Einkommen ab, ob der durch die Verschuldungs-möglichkeit gewonnene Spielraum nicht durch die Zins- und Tilgungsleistungen zu einer Strangulierung in der Zukunft führt. Auch das „Cybermoney" wird nichts daran ändern, daß die Funktionsweise von Vermögensmärkten von den realökonomisch er-zeugten Einkommensflüssen abhängt. Zwar wird die prepaid card vom Konto des Be-nutzers im Voraus aufgeladen. Aber sofern dieses mit einem Überziehungskredit aus-gestattet ist, erleichtert die electronic purse das „Rausschmeißen" von Geld. Proble-matisch ist dabei ja, daß dies im Interesse der die Karten ausgebenden Institutionen sein kann .
Die Frage der Sicherheit von Computergeld ist daher keineswegs eine vor allem technische, sondern in erster Linie eine ökonomische und soziale. Denn Konten kön-nen zwar geplündert werden, weil Hacker unberechtigt Zugang finden - eine Möglich-keit, die durch technische (kryptologische) Maßnahmen der Verschlüsselung weitge-hend ausgeräumt werden kann. Naheliegender ist es, daß Konten zusammenbrechen, weil - etwa infolge Arbeitslosigkeit oder einer Firmenpleite - Einkommensströme aus-bleiben oder geringer werden und daher der Computerkredit nicht mehr gedeckt ist. Gegen beide Risiken, die technischen wie die ökonomischen, müssen Sicherheitssy-steme entwickelt werden. An der technischen Sicherheit arbeiten natürlich die „elektronischen Banken", die Chip-Karten Issuer mit höchster Intensität. Sie sind da-bei nicht nur an der Sicherheit der Karte für die Kunden, sondern an ihrer eigenen Si-cherheit gegen ungedeckte Karten und daher an der Solvenz der Kunden interessiert. Dies ist ein mächtiger Anreiz für elektronische Durchleuchtung der Chip-Karten-Nutzer. Doch gegen diese Versuchungen können Barrieren durchaus errichtet werden. Diese liegen - ebenso wie die Durchleuchtung der Nutzer - im Interesse der card-issuer, da nur so die Akzeptanz des elektronischen Geldes erhöht werden kann. An der Anonymisierung des cyber-money, also daran, daß die elektronische Note nicht zu demjenigen zurückverfolgt werden, der sie zuletzt „ausgegeben" hat, wird gearbeitet (Vgl. Rojas 1996).
Trotz aller Innovationen bleibt die Funktion des Zentralbankgeldes als das Geld, in dem letztlich („last resort") Kontrakte erfüllt werden, erhalten. Zentralbankgeld wird zwar substituiert, aber es verliert dabei nicht seine Geldfunktion. Die Zentralbank muß aber über das Knapphalten hinaus neue Regeln der technischen und ökonomischen Sicherung entwickeln, damit nicht Computergeld - technisch im Prinzip in Bruchteilen von Sekunden - unendlich schnell und in unendlicher Menge vervielfältigt werden kann. Über die Sicherheit von Geld und Geldsurrogaten zu wachen, könnte als dritte Aufgabe der Zentralbank bezeichnet werden. Mit der Unterminierung der Sicherheit des Geldes würde die Funktion des Zirkulationsmittels und in der Konsequenz auch die des Kredits gestört. Die Zentralbanknote ist sicher, wenn eine Fälschung sichtlich auffällt. Daher sind die spezifischen Merkmale der authentischen Note sichtbar auf dem Papier angebracht. Ganz anders beim Cumputergeld. Die Codes, die es sicher machen, müssen unsichtbar bleiben. Denn nur dann sind sie nicht zu knacken . Auch dies ist ein Element der Abstraktion und Entsinnlichung des Geldes in seiner Funktion als Zirkulationsmittel.
Die Zentralbanken entwickeln ein dem Computergeld angepaßtes Regelwerk von „externem" bankenaufsichtlichem Risikomanagement, das derzeit erst in Ansätzen existiert. Dazu gehören erstens Zugangsregeln in elektronischen Netzen; wer darf Computergeld und unter welchen Sicherheitsstandards ausgeben und was passiert, wenn ein issuer Bankrott anmelden muß? Zweitens muß die Frage beantwortet wer-den, welche Rolle die Bankenaufsicht gegenüber elektronischen Banken spielen kann, insbesondere dann, wenn die Karten transnational genutzt werden. Besonders dring-lich ist die Aufsicht im Internet. Drittens bedarf auch die Frage der Rechtssicherheit bei elektronischen Kaufverträgen einer eindeutigen Beantwortung einschließlich der Frage, wann und wie wechselseitige Verpflichtungen auf dem „elektronischen Markt-platz" generiert werden und wann und wodurch sie erlöschen. Entgegen der lockeren Rede von der „Virtualisierung" der Ökonomie und von der Bedeutungslosigkeit von Raum und Zeit erfordern auch elektronische Verträge Angaben über wechselseitige Leistungen in einem zeitlich-räumlichen Koordinatensystem. Wichtig ist viertens auch die Kompatibilisierung verschienener Systeme, inbesondere wenn Zahlungen von ei-nem System ins andere erfolgen, solange noch kein einheitlicher Standard vereinbart worden ist; die Normung befindet sich ebenso in den Anfängen wie das Clearing zwi-schen verschiedenen Cyber-„Währungen", die verschiedene Banken oder andere issuer ausgegeben haben. Fünftens müssen die Statistiken an die Innovationen des Geldes international angepaßt werden, um die Transparenz über den Geldumlauf zu behalten. Es würde nämlich einem Zerfall der Gesellschaft nahekommen, wenn über das „wahre Gemeinwesen", das Geld, nur unzureichende oder gar keine Informationen vorliegen würden.
Noch wichtiger für die Zentralbank ist aber der Sachverhalt, daß Computergeld - gleichgültig ob on-line oder off-line - Zentralbankgeld substituiert - auch wenn es, wie bereits betont wurde, keineswegs verschwindet. Damit verändern sich sechstens die Zahlungsgewohnheiten, daher die Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes, also eine Ba-sisgröße zur Bestimmung der Geldmenge. Daher könnte mit dem Bedeutungszuwachs von „Cybermoney" die Kontrolle der Zentralbank über die Geldmenge schwieriger werden. Denn wegen der radikal reduzierten Transaktionskosten könnte die Volatilität der Geldanlagen - vom PC aus werden im Wohnzimmer von einer Bank zur nächsten Geldsummen umgebucht - unterstützt von Computerprogrammen, die angeblich das Portefeuille optimieren. Die Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes kann steigen. Oben-drein verliert die Zentralbank das Monopol der Geldausgabe an private Institutionen. Daraus ergeben sich zumindest zwei Effekte. Erstens vermindert sich so der Seignora-ge-Gewinn der Zentralbank bei der Ausgabe von eigenem Geld, wenn immer mehr Computergeld in den Umlauf gerät. Dieser Effekt ist - zumindest in der BRD - aller-dings derzeit nicht bedeutend, da trotz der Zunahme des bargeldlosen Geschäftsver-kehrs der Bargeldumlauf steigt - nämlich von 194,6 Mrd DM im Jahre 1990 auf 266,8 Mrd DM Ende November 1996, also um 37,1% (Deutsche Bundesbank, Monatsbe-richte, Dezember 1996).
Der zweite Effekt ist möglicherweise gravierender. Mit der Zunahme des privat ge-schaffenen Computergeldes vermindern die Geschäftsbanken ihren Refinanzierungs-bedarf bei der Zentralbank, der sich bisher sowohl aus der notwendigen Beschaffung von Bargeld für die Kunden als auch aus der Pflicht zur Erfüllung der Mindestreserve ergibt. Die Bilanz der Zentralbank verkürzt sich (wogegen sich die der Kartenheraus-geber verlängert); die Zinseinnahmen der Bundesbank und folglich der Zentralbank-gewinn sinken (Friederich 1996: 26). Die Möglichkeiten, über den Diskontsatz die Refinanzierung und daher die Geldmenge zu beeinflussen, werden auf diese Weise unterlaufen. Ob statt dessen die Mindestreserven angehoben werden können, ist dann fraglich, wenn Banken sich leicht auf internationalen Märkten günstig refinanzieren können. Kurz: Der schon im Zuge der Internationalisierung von Finanzmärkten seit den 70er Jahren beklagte „Verlust der (nationalstaatlichen) Zinssouveränität" wird noch gesteigert, sollte sich das Computer-Geld als Zirkulationsmittel ausbreiten. Inso-fern ordnet sich die Erzeugung von Computergeld in die generellen Tendenzen der Finanzinnovationen, der Dematerialisierung des Geldes auf dem Weltmarkt ein. Das Computergeld könnte ein Beitrag zur endlichen Realisierung der Hayek’schen Utopie eines Verschwindens des öffentlichen Geldes und der Konkurrenz vieler privater Geldausgeber um das „beste", das wertbeständigste Geld sein (von Hayek 1978). Daß die privaten Geldanbieter die Wertbeständigkeit als Mittel zum Zweck des Seignora-gegewinns ansehen, ist selbstverständlich. Die Lizenz zum Gelddrucken eröffnet den einfachsten Weg, nämlich ohne Umweg über lästiges Produzieren, zum Gewinn. Die Tendenz der Privatisierung des öffentlichen Gutes Geld paßt sich nahtlos in jene der finanziellen Globalisierung ein: in eine Realität, die als „Derivatenkapitalismus" be-zeichnet werden kann. Sie kann aber nur verstanden werden, wenn das Geld in seiner Funktion als Zahlungsmittel, als Kredit betrachtet wird. Dabei wird es - allerdings an dieser Stelle eher beiläufig - auch um Geld als Kapital gehen, das auf einen Teil des im Produktionsprozeß produzierten Profits angewiesen ist.

Monetäre Innovationen II: Die Entstehung des „Derivatenkapitalismus"

Geld ist eine Forderung, also ein Vermögenswert, dem auf der anderen Seite Ver-pflichtungen, also Schulden gegenüberstehen (dazu ausführlich: Altvater/ Mahnkopf 1996, 5. Kapitel). Wachsen die Geldvermögen in der Welt, müssen logischerweise auch die Schulden zunehmen - und umgekehrt: Mit den Schulden steigen auch die Geldvermögen. Wer die Staatsschulden kritisiert, sollte demzufolge die privaten Geldvermögen nicht als normal ansehen, es sei denn, der Aufbau von Geldvermögen und von Schulden wird saldenmechanisch auf den privaten Sektor beschränkt unter der Annahme, daß die im Produktionsprozeß generierten Einkommensflüsse (also der Surplus, der Mehrwert) ausreichen, um die „nebelhafte" Durchschnittsprofitrate zu beziehen und zugleich die sehr realen und harten Schuldzinsen zu zahlen. Durch letz-tere wachsen aber in der Zeit die Geldvermögen, die sich nun „ihre Schuldner" suchen müssen; sie wollen ja „bedient" werden. Nur die ständige Akkumulation und Expansi-on des privaten produktiven Sektors könnte dieser Suche ein Ziel bieten. Aber gerade hier kommen dann doch die real-ökonomischen Grenzen der monetären Ökonomie zum Tragen: Physikalische Gründe (die sich als gesellschaftliches Naturverhältnis darstellen) sprechen gegen die Funktionsbedingung der monetären Ökonomie, gegen die Möglichkeit, auf Dauer einen gemäß der Zinseszinsformel steigenden real-ökonomischen Surplus produzieren zu können. In den Industrieländern liegen seit der Deregulierung der Finanz- und Währungsbeziehungen Mitte der 70er Jahre die Real-zinsen über den Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts. Die Zinsen müssen also aus der Substanz gezahlt werden, und dies bedeutet, daß in diesem Prozeß eine gewal-tige Einkommens- und Vermögensumverteilung stattfindet. Der Druck auf die sozia-len Sicherungssysteme erklärt sich zu einem Teil daraus (dazu vgl. in bezug auf die EU: Altvater/ Mahnkopf 1993). Die nachfolgende Tabelle deutet an, daß die realen Zinsen seit Beginn der 80er Jahre, als die finanzielle Deregulierung einen neuen Im-puls erhielt, beträchtlich über der realen Wachstumsrate des BIP liegen. Hier sind nur Durchschnittswerte grob angegeben; eine Verfeinerung der statistischen Analyse wür-de am Ergebnis wenig ändern.
Tabelle 1:
Zinsbelastung des Bruttoinlandsprodukts: Wachstumsraten des BIP und Realzinsen 1980 bis 1995 in den 7 führenden Industrieländern




Zeitraum Wachstumsraten des BIP (real) Zinsen, langfristig* (USA) Inflation (Verbraucherpreise) Zinsen real (3./.4) Zinsbelastung des Wachstums (5 ./. 2)
1 2 3 4 5 6
1980-95 2,4 8,8 4,7 4,1 1,7
1980-88 2,7 10,3 5,7 4,6 1,9
1989-95 2,0 7,4 3,5 3,9 1,9
*Die Durchschnitte beziehen sich auf die Zeiträume 1982-95 bzw. 1982-88.
Quelle: OECD, Wirtschaftsausblick 59, Juni 1996, Reference Statistics; eigene Be-rechnungen

Die Findigkeit des Kapitals ist beträchtlich. Der offensichtlichen real-ökonomischen Schranke wird durch Deregulierung Abhilfe geschaffen. Die Geldver-mögensbesitzer legen ihre Geldvermögen, nachdem Konvertibilitätsschranken gefallen sind, nicht mehr vor allem im nationalen, sondern im globalen Raum an. Dort findet nun der Kampf um die Verteilung des Surplus statt; dies ist der eigentliche Sinn und Inhalt der Globalisierung. Die Zinsen erzwingen nicht mehr allein die Produktion des Überschusses, von dem sie einen Teil beanspruchen, sondern stellen Ansprüche auf bereits produziertes Mehrprodukt in irgendwelchen Weltregionen dar . Diese An-sprüche werden durchaus politisch durchgesetzt. „Nationalstaaten konkurrieren... dar-um, einen Teil des weltweit produzierten Mehrwerts auf ihr Territorium zu ziehen. Der Antagonismus zwischen ihnen ist nicht Ausdruck der Ausbeutung der 'peripheren' durch die 'zentralen' Staaten..., sondern drückt die (äußerst ungleiche) Konkurrenz zwischen ihnen um die Anziehung (oder die Bewahrung) eines Teils des globalen Mehrwerts auf ihr Territorium aus..." (Holloway 1993: 23).
So entsteht der Druck der Finanzmärkte über nationale Grenzen hinaus in Richtung Globalisierung und im gleichen Zuge wächst auch die öffentliche Verschuldung. Die Schuldenkrise der Entwicklungsländer, das entwicklungspolitische Thema der 80er Jahre, ist genau im Verlauf dieser Tendenzen entstanden. Die Verschuldung der dritten Welt bot die Möglichkeit der freilich äußerst risikobehafteten Anlage von Geldvermö-gen, die in den Industrieländern keine geeigneten Schuldner finden konnten. Auch die Staatsverschuldung der Industrieländer ist ein Ausdruck der unzureichenden privaten Verschuldung im Vergleich mit den privaten Geldvermögen, so daß letztere sich öf-fentliche Schuldner suchen. Dies ist das Gegenteil der Verdrängung privater Schuldner durch öffentliche („crowding out"), von dem die neoklassischen Ökonomen reden. Insofern ist es berechtigt, bereits den aus Steuern finanzierten Schuldendienst auf öf-fentliche Schulden als Ausdruck einer „Entkopplung" der monetären von der realen Sphäre der Ökonomie zu interpretieren (Riese 1995) - um wieviel mehr gilt dies für die Finanzierung des Schuldendienstes öffentlicher Schulden durch die Aufnahme neuer Kredite.
Daraus folgt aber, daß auch die privaten Geldvermögen reduziert werden müssen, wenn die Staatsschulden in den Industrieländern (oder die Schulden der Dritten Welt) abgebaut werden sollen, es sei denn ein Transfer von Realvermögen der öffentlichen Hand an den privaten Sektor (also durch Privatisierung öffentlichen Eigentums ) ge-lingt. Schulden zu streichen ist immer gleichbedeutend mit einer Verkürzung beider Seiten der monetären Bilanz. Die Bilanzverlängerung erfolgt auch auf beiden Seiten: bei den Krediten und bei den Verpflichtungen. Und diese „Bilanzverlängerung" hat auf internationaler Ebene mit atemberaubender Geschwindigkeit stattgefunden. Das Geld kann im nationalen Rahmen zu realökonomischer „activity" stimulieren, wie Keynes (1936: 173) darlegte: Es wirkt wie der „drink which stimulates the system to activity" (Keynes 1936: 173). Im globalen Raum stimuliert es zunächst zu Finanzin-novationen, die den Zugriff auf den globalen Surplus ermöglichen. Freilich ist dies nicht risikolos, und daher kommt es, daß die globalen Finanzen zu einem „troublemaker" par excellence mutieren. Denn die deregulierten globalen Märkte funktionieren anarchisch, die Logik der monetären Verwertung durch Spekulation, Arbitrage und Hedging ist zwar selbstreferentiell, letztlich aber doch an reale, und das heißt auch: an soziale und politische Verhältnisse verwiesen, die dem Zugriff auf den globalen Surplus auch wieder Grenzen setzen. Jede Grenze ist der kapitalistischen Expansion und Akkumulation ein Hindernis, und daher geeignet, Krisen zu provozie-ren.
Wie atemberaubend die Expansion der globalen Finanzmärkte in den vergangenen Jahrzehnten gewesen ist, läßt sich aus den nachfolgenden Daten erschließen. Die Welthandelsumsätze haben sich seit Ende der 70er Jahre etwa verdreifacht, die Devi-senmarktumsätze aber mehr als verachtfacht (Huffschmid 1995). Der Umfang der Fi-nanztransaktionen auf den internationalen Geld-, Devisen- und Kapitalmärkten über-steigt zu Beginn der 90er Jahren täglich 1000 Mrd. US$, während für die Zirkulation des Welthandels bei einem jährlichen Volumen (Weltexporte 1993) von 3680 Mrd US$ täglich rund 10 Mrd US$ ausreichen würden. Zählt man zum Handel noch Trans-fers und „investment incomes" hinzu, gelangt man zu jährlichen 5800 Mrd US$ (nach Seifert-Granzin 1996: 28). Die Finanztransaktionen haben also - quantitativ - nur noch sehr wenig mit den Leistungsumsätzen zu tun, das Geld fungiert nur noch - wenn man es quantitativ ausdrücken möchte - zu 1 bis 2 vH als Zirkulationsmittel, zu 98 bis 99 vH als Zahlungsmittel, als Kredit, als zinstragendes Kapital. Wenn wir die außerbörs-lich gehandelten Derivate berücksichtigen (Over the counter-Geschäfte), gelangen wir zu roh geschätzten Tagesumsätzen von etwa 2000 Mrd US$ (Häusler 1996). Das nach-fragewirksame Volumen auf Devisenmärkten ist also größer als es in den Umsatzzah-len zum Ausdruck kommt (Seifert-Granzin 1996: 28). Der Bestand an zinsbezogenen Futures, Optionen und Swaps betrug Ende 1993 an die 14000 Mrd. US$, nach nur 1300 Mrd US$ Ende 1987. Dies sind die bei weitem beliebtesten derivativen Finan-zinstrumente. Allein in der Bundesrepublik hat sich der Bestand nicht bilanzwirksa-mer Finanzinstrumente von Ende 1986 bis September 1994 von 875 Mrd DM auf 8267 Mrd DM fast verzehnfacht (Deutsche Bundesbank 1995). Seit Ende 1990 wuchs das Geschäft mit (nichtbilanzwirksamen) Finanzderivaten jährlich im Durchschnitt um 53% gegenüber einem Zuwachs von 8% beim gesamten Geschäftsvolumen . Das Euro-Currency-Standing-Committee hat per April 1995 eine Erhebung bei den Hauptakteuren im weltweiten Derivatenmarkt angestellt, und zwar sowohl bei Börsen- wie bei außerbörslichen Umsätzen. Resultat: Die Nominalbeträge aller Geschäfte summieren sich zu etwa 41000 Mrd US$. Ein sehr großer Anteil des Derivatenhandels entfällt auf die großen internationalen Institute, die Marktkonzentration ist also sehr hoch und folglich auch die Risikokonzentration (Meister 1996a) .
Worum handelt es sich bei „derivaten Finanzinstrumenten"? Sie haben nicht mehr viel mit dem von Marx analysierten „fiktiven Kapital" zu tun, das durch Kapitalisieren der Zinseinkünfte gebildet, oder besser: errechnet wird (MEW 25: 484). Es ist insofern „illusorisches Kapital" (MEW 25: 485), das seinen Wert nur realisieren kann, solange die Einkommensströme fließen, die der Rechtstitel auslöst. Auch Derivate sind zu-nächst Papiere, die auf Zinserwartungen, Wechselkursänderungen, Terminen, Aktien-kursen etc. basieren. Insoweit handelt es sich um fiktives, illusorisches Kapital. Doch Finanzderivate sind mehr. Sie sind „aus einem anderen Finanzprodukt (Basiswert) abgeleitete Finanzmarktinstrumente (zum Beispiel Swaps, Financial Futures, Optio-nen); können zur Absicherung bestehender Positionen, zur Arbitrage oder für Speku-lationszwecke eingesetzt werden. Der Wert beziehungsweise Preis des derivativen Instruments wird beeinflußt vom Wert beziehungsweise Preis des zugrundeliegenden Finanzprodukts" (Deutsche Bundesbank, Monatsberichte, Oktober 1993: 63). Finan-cial Futures sind Finanzterminkontrakte, denen insbesondere verzinsliche Wertpapiere beziehungsweise Zinssätze (Zins-Futures) oder Fremdwährungen (Currency-Futures) zugrundeliegen. Optionen sind das Recht, aber keine Verpflichtung, eine bestimmte Menge eines Basiswerts (Underlying) entweder zu einem bestimmten Zeitpunkt (europäische Option) oder während eines bestimmten Zeitraums (amerikanische Opti-on) zu einem vorher vereinbarten Preis zu kaufen (Call-Option) oder zu verkaufen (Put-Option). Basiswerte können Aktien (Aktienoptionen), Aktienindices (Indexoptionen) festverzinsliche Wertpapiere (Zinsoptionen), Fremdwährungen (Devisenoptionen), Finanz-Swaps (Swaptions) und wiederum Optionen (Optionen auf Optionen) sein. Optionen können zur Absicherung risikohaltiger Finanzoperationen dienen, aber auch als Spekulationsinstrument - wie Futures auch - eingesetzt werden. Sie werden entweder standardisiert an der Börse oder „maßgeschneidert" außerbörs-lich, "over the counter" (OTC) gehandelt (nach Deutsche Bundesbank, Monatsberich-te, Oktober 1993: 63).
Finanzderivate zu „managen" ist zu einer hochkomplexen Aufgabe der am Deriva-tenhandel beteiligten Banken, institutionellen Anleger (in erster Linie Versicherungen und Pensionsfonds) und große Produktionsunternehmen geworden. Denn sie sind kei-neswegs risikolos. Sie tragen Kurs-, Zins-, Terminrisiken und Mixturen der Risiken, die sich zu einem „Marktpreisrisiko" (Meister 1996c: 9) bündeln. Daher die Mahnung (z.B. der Deutschen Bundesbank - vgl. Meister 1996a) an die Akteure der Derivatens-zene, beim Management größtmögliche Umsicht walten zu lassen und auch für die notwendigen Sicherheiten der Eigenkapitalbasis zu sorgen - oder aber die Finger vom Derivatenhandel zu lassen. Denn neben den Risiken für die Institutionen, die mit De-rivaten handeln und sich dabei „verspekulieren" können, ist auch „die Frage des Sy-stemrisikos (aufzuwerfen). So kann der plötzliche Ausfall eines größeren Marktteil-nehmers zu Liquiditätsengpässen bei anderen Teilnehmern führen und Schwierigkei-ten in anderen Marktsegmenten nach sich ziehen. Damit kann die Stabilität des Fi-nanzsystems als Ganzes gefährdet werden" (Meister 1996c: 9f). Selbst mächtige Zen-tralbanken könnten in einer solchen Situation überfordert sein.
Die Größenordnung der Nominalbeträge wirdetwas zurechtgerückt, wenn berück-sichtigt wird, daß es beim schließlichen Ausgleich (settlement) nicht um den Nomi-nalwert geht, sondern - bei Futures bzw. Optionen - um die Differenzen zwischen tat-sächlichem und vereinbarten Indexstand. Diese Differenz (evtl. multipliziert mit der Hebelwirkung ) ist auszugleichen, nicht der Nominalbetrag des Finanzinstruments. Auch wenn der größte Teil der Derivatenumsätze zwischen wenigen Instituten erfolgt, bedeutet dies keineswegs, daß zwischen diesen Instituten Nullsummenspiele stattfin-den, von denen die „reale Ökonomie" nicht betroffen wäre, so wie die Vertreter der Virtualisierungsthese meinen . „Interessant wäre", so Edgar Meister, „...zu untersu-chen, inwieweit es zwischen den Finanzintermediären und dem realwirtschaftlichen Sektor mit Hilfe von Derivaten zu Risikotransformationen kommt" (Meister 1996a). Dieser Hinweis gibt theoretische Fragen danach auf, wie sich durch Derivate das Ver-hältnis von monetärer Sphäre und realer Sphäre, von Geldvermögensmärkten und realen Prozessen der Einkommenserzeugung in Unternehmen, verändert, wie sich also Fiktion und Wirklichkeit zueinander verhalten. Der Vorzug von Derivaten ist ja die Möglichkeit der Trennung von Kapitalanlage und Anlagerisiko, das als Option oder Future losgelöst von der ursprünglichen Anlage gehandelt werden kann. Immerhin haben aber die Milliardenverluste von Orange County in Kalifornien, der Barings Bank, des Sumitomo Rohstoffhandels oder der Metallgesellschaft gezeigt, daß es möglich ist, sich zu verspekulieren. Jedenfalls sind die Kontrakte zum vereinbarten Termin in Zentralbankgeld zu erfüllen und dafür müssen Sicherheiten bereitstehen. Die Verluste sind hoch und real, auch Arbeitskräfte und andere „stakeholders" sind betroffen. Die Krise des EWS 1992/93, die ja durch die Spekulation des Quantum-Fonds von George Soros gegen das britische Pfund ausgelöst worden war, ist dafür ein Beispiel, daß Wechselkurse gegen Marktkräfte im Falle des Falles nicht verteidigt werden können .
Die Geschäfte mit Derivaten sind schwer zu kontrollieren, weil sie zu einem be-deutenden Teil bilanzunwirksam sind. Die bilanzielle Berichtspflicht ist zwar in Deutschland mit der 5. Novelle des Kreditwesengesetzes Ende 1995 erweitert worden, aber es ist keineswegs sicher, ob diese ausreicht (Seifert-Granzin 1996: 20). Die Ban-ken treten nicht mehr als Intermediäre zwischen Kreditgeber und Kreditnehmer, Spa-rer und Investor auf (financial disintermediation). Sie zahlen also keine Einlagenzin-sen und kassieren keine Kreditzinsen, sondern verdienen an den Gebühren für die Vermittlung oder, sofern sie ein Risiko übernehmen (Wechselkurs- oder Zins- und Kursrisiko), an den dafür fälligen Prämien, und dies wegen der Hebelwirkung der Fi-nanzderivate multipliziert . Für die Papiere müssen zwar dem internen Risikomana-gement zufolge Reserven gebildet werden, eine Mindestreservepflicht jedoch, die auch für die Geldpolitik der Zentralbank von Belang wäre, gibt es nicht. Die Risiken sind, weil die Geschäfte verschiedene traditionell getrennte Marktsegmente einbeziehen (für kurz- und langfristige Kredite, für verschiedene Währungen), nicht leicht lokalisier- und terminierbar. Wenn Risiken anfallen, sind Kettenreaktionen über Marktgrenzen hinweg nicht auszuschließen. Daher die Bemühungen der Zentralbanken, der BIZ und anderer Institutionen (G10), Regeln für ein angemessenes Risikomanagement zu ent-wickeln.
Probleme ergeben sich ja sofort dann, wenn offene Positionen nicht termingerecht geschlossen werden können. Dann ist eine Kettenreaktion möglich, und die unter „normalen Umstanden" fiktive Summe von einzulösenden Kontrakten oder von Zins-forderungen erweist sich auf einmal in „nicht normalen Zeiten" als unangenehm real. Dann zeigt es sich, daß die Entkopplung der monetären von der realen Sphäre Span-nungen erzeugt, die sich krisenhaft entladen. Warum angesichts der Risiken für private Händler und der Krisengefahren für das System die riskanten Innovationen? Es gibt eine Reihe von Gründen. Erstens kann mit ihnen die Flexibilität der Finanzinstru-mente für Kreditgeber und -nehmer in großem Maßstab gesteigert werden, so wie mit der electronic purse die Flexibilität des Zahlungsverkehrs im kleineren Maßstab erhöht wird. Jeder bekommt die Ausgestaltung des Instruments, die den jeweiligen Interessen am nächsten kommt. Es können sogar zweitens längerfristig fixierte Kapitalien mobili-siert werden. Illiquides Kapital wird liquid und flexibel handelbar. Dadurch werden die Grenzen zwischen Geld und Kapital verwischt. Obendrein werden auf diese Weise auf Dauer gestellte „materiale" und soziale Produktionsverhältnisse nachgerade "liquidiert". Die „Bodenständigkeit" des Kapitalisten, von der noch Ricardo wie selbstverständlich ausging, als er die Vorteile des internationalen Handels begründete und gleichzeitig für die Ortsgebundenheit des Kapitals plädierte (Ricardo 1959: 122), und die in den Karikaturen der rauchenden Schlote und der Zigarren rauchenden Ka-pitalisten bis in unsere Tage das Bild von Unternehmern und Unternehmen prägte, ist nun tatsächlich eine überholte Vorstellung. Die Mobilität ist global, die Konkurrenz folglich schärfer als je zuvor. Die in allen Ländern geführte „Standortdebatte" ist dafür ein beredter Ausdruck.
Freilich brauchen die Geldvermögensbesitzer, die sich des im globalen (Währungs)raum produzierten Überschusses monetär bemächtigen, bei diesem Unter-fangen die nationalen Staaten (Regierung und Zentralbank). Diese haben trotz Dere-gulierung mit ihrer Geld- und Fiskalpolitik dafür zu sorgen, daß das Geld, in dem die Geldvermögen und daher die Ansprüche an Teile des globalen Mehrwerts denominiert sind, wertvoll ist und bleibt. Die monetäre Konkurrenz der privaten Geldvermögens-besitzer transformiert sich daher in die Konkurrenz von Währungen der Nationalstaa-ten. Darin wiederum kommt das Illusionäre der Hayek’schen Position von der Privati-sierung des Geldes zum Ausdruck: gerade die privatisierten, deregulierten und entpo-litisierten globalen Finanzmärkte bedürfen der politischen Regulation der Währungen, mit denen sie ihre Geschäfte betreiben. So erhält die ökonomische Weltmarktkonkur-renz eine politische Dimension. Gleichzeitig eröffnen sich dadurch neue Möglichkei-ten der Kapitalanlagen von privaten Geldvermögensbesitzern, die erwarteten Verände-rungen von Wechselkursen auszunutzen. Freilich zeigt sich auch, wie widersprüchlich der Prozeß der Entmaterialisierung des Geldes verläuft. In der Währungskonkurrenz wird die Zentralbank als mächtiger regulierender Akteur zur Fundierung des Werts der Währung benötigt, deren Bedeutung zugleich mit der Ausgabe elektronischen Geldes durch private Institutionen und durch den Derivatenhandel unterminiert wird. Wenn die Geldvermögen nicht in produktive Investitionen gesteckt, und wenn sie sich dabei nicht dem Risiko des Verlustes aussetzen müssen, wird im Derivatenkapitalismus der Druck auf die öffentlichen Haushalte nicht abnehmen. So zeigt es sich aber, daß der Privatisierung des Geldes (als Vermögen) eine tendenzielle Sozialisierung des Geldes (als Schulden) entspricht. Gegen die Risiken des maximalen Verlustes („Value at risk") werden zwar Einlagen, Rückstellungen usw. gebildet. Aber es ist nicht ausge-macht, ob es überhaupt möglich ist, das VAR mit Sicherheit zu bestimmen (Seifert-Granzin 1996: 36f), und ob im Fall des Eintritts dann die bankbetriebswirtschaftlich gebildeten Mittel gegen die makroökonomischen Wirkungen feien, ob beispielsweise der Risikofaktor drei, den Meister für ausreichend hält (siehe Fußnote 22), genügt.
Deswegen werden schon seit geraumer Zeit Überlegungen hinsichtlich makroöko-nomischer Re-regulierung auf globalisierten Finanzmärkten angestellt. Ein sehr at-traktiver Vorschlag ist die Erhebung einer Steuer auf internationale Kapitaltransaktio-nen (Tobin-Steuer), durch die kurzfristige Anlagen beträchtlich verteuert würden (dazu: Huffschmid 1995; Kulessa 1995; Seifert-Granzion 1996; Altvater/ Mahnkopf 1996). Ob freilich auf diese Weise das spekulative Moment aus den Märkten genom-men werden kann, ist zweifelhaft. Dennoch ist die Tobin-Steuer zusammen mit ande-ren geeigneten Instrumenten ein sinnvoller Ansatz der Regulierug deregulierter Märk-te, um wieder Kompetenz der Geld- und Fiskalpolitik zurückzugewinnen, die finan-ziellen Instabilitäten zu mindern und die Realökonomie gegen die Turbulenzen der Monetärökonomie zu „hegden".



Schlußfolgerung: Finanzmärkte im hegemonialen Vakuum


Geld spaltet Gesellschaften, wie schon Aristoteles beklagte: In der Welt von infor-matischen Geld- und Finanzinnovationen ist dies kaum anders. Erstens wird nicht jede(r) eine money card erhalten; nicht alle werden in der Lage sein, die geforderten Sicherheiten zu erbringen und einen regelmäßigen Einkommensfluß (aus der realen Ökonomie) auf dem Konto vorzuweisen. Für On-line-Geld dürfte dies nicht anders sein. Surfen im Internet ja, aber shopping nur mit gefüllter electronic purse. Die Nicht-Dazugehörigen sind von einer Vielzahl von inzwischen zivilisatorischen Selbstver-ständlichkeiten (etwa einen Wagen zu leihen) ausgeschlossen. Geld macht alle gleich und scheidet sie doch wieder in jene, die darüber verfügen und die anderen, die es nicht haben. Dies ist im Falle des elektronischen Geldes im Prinzip nicht anders als in der inzwischen fast antiquierten Welt des Geld"scheins". Diskriminierender erweist sich noch die Möglichkeit, mit der elektronischen Karte bestimmte Nutzer von be-stimmten Leistungen auszuschließen und auf ganz bestimmte Angebote zu beschrän-ken. Dies mag ja noch verständlich sein, wenn Geldgeschenke zu Weihnachten an die studierenden Kinder etwa nur für Bücher vorgesehen und daher nur für Literatur aus-gegeben werden können. Mehr als problematisch wird die Einschränkung der Kaufop-tionen mit der speziell geladenen moneycard für Sozialhilfeempfänger. Die Schranken zwischen sozialen Gruppen können also durch das elektronische Geld angehoben wer-den, anstatt daß sie abgesenkt werden. Auch elektronisches Geld spaltet die Gesell-schaft.
Computergeld kann zweitens nur adäquat diskutiert und auf seine Bedeutung für die „financial instabilities" abgeschätzt werden, wenn es im Kontext der globalen Finan-zinnovationen betrachtet wird. Für sich genommen sind die EDV-technischen Ent-wicklungen des Geldverkehrs Mittel zur Senkung von Transaktionskosten. Sie er-leichtern den Zahlungsverkehr und den Warenumsatz. Sie senken die traditionellen Risiken (Diebstahl, Geldfälschung etc.), auch wenn neue entstehen (Datenschutz; elektronisches „Anzapfen" von Konten durch Hacker etc.). Doch heben sie nicht die im Geld angelegte Budgetrestriktion auf, die jede Gläubiger-Schuldner-Beziehung im Prinzip prekär macht. Dieser Sachverhalt wird durch keine Finanzinnovation aufgeho-ben, wie die Krisen und Pleiten der vergangenen Jahre sehr eindrücklich gezeigt ha-ben. Die Marktbeziehungen, so technologisch ausgereift sie auch sein mögen, sind unter kapitalistischen Verhältnissen immer instabil. Die Instabilität hat globale Reich-weite, da es sich um globale Finanzbeziehungen handelt. Wie Polanyi (1978) am Bei-spiel der „great transformation" zur Marktwirtschaft in England zeigte, führt die Dere-gulierung der Märkte („disembedding") zu einer gesellschaftlich perversen Situation. Märkte wirken für die Arbeit, für die Natur wie eine „Satansmühle", es sei denn die Gesellschaft kontrolliert sie. Auf globaler Ebene aber gibt es keine „Gesellschaft" (zur Begründung Altvater/ Mahnkopf 1996, 2. Kapitel) mit kontrollierenden Institutionen. Es kommt nur die Bildung von Institutionen zwischen Markt, politischen Systemen der Nationalstaaten und gesellschaftlichen Organisationen in Frage. Allerdings ist aus vielen Gründen in den Jahrzehnten seit dem Ende des Bretton Woods Systems zu-nächst ein hegemoniales Vakuum entstanden, in dem sich die finanzielle Globalisie-rung unreguliert austoben konnte.
De Zentralbanken haben bei der Bildung von Zinsen und Wechselkursen auf den internationalen Finanzmärkten ihre „Souveränität" weitgehend eingebüßt, dennoch haben sie eine wichtige Aufgabe bei der Gestaltung der Rahmenbedingungen der glo-balisierten Finanzmärkte: etwa bei der Festlegung von Sicherheiten, bei der Kontrolle der Geschäfte und bei der Regulation von Konkursen. Die Schulden haben ja inzwi-schen Größenordnungen erreicht, bei denen der „Schuldenautomatismus" schon zu einer weiteren Steigerung von Schulden und Schuldendienst führen kann - im Bereich der Konsumentenverschuldung ebenso wie auf den globalen Märkten, wo sich die „Großen" des Kreditgeschäfts tummeln und wo sie zur Sicherung der Vermögen jene innovativen Finanzinstrumente erfunden haben, die selbst wieder zum Gegenstand der Spekulation geworden sind, also die Risiken verschärft haben anstatt sie zu senken. Bis wann? Eine konkrete Antwort ist nicht möglich. Sicher ist nur, daß die globale Tendenz des ungestümen Wachstums von Finanzinstrumenten ohne Berücksichtigung der Erzeugung von Einkommensströmen in der realen Ökonomie nicht unbegrenzt fortgesetzt werden kann. Derzeit werden noch Einkommensströme weltweit angezapft, und zwar auch dort, wo sie kaum zur Sicherung der Ernährung ausreichen. Es werden nicht nur finanzielle Risiken erzeugt, sondern auch soziale Krisen provoziert und mangels hegemonialer Regulation zugespitzt.
Die neuen on line- und off line-Kreationen des digitalen Geldes oder die derivaten Finanzinstrumente sollten nicht darüber hinwegtäuschen, daß sie die Geldform und die Geldfunktionen nicht aufheben und daher den gleichen Restriktionen unterliegen wie das traditionelle Geld vom Groschen und dem Goldbarren bis zum Tausendmark-schein oder dem Girokonto. Sie sind allerdings - und damit wird eine dem Geld als abstraktem Medium eigene Tendenz fortgesetzt - Ausdruck der Entmaterialisierung und der Privatisierung des Geldes (der Geldvermögen). Dabei stellt sich die gleiche Frage wie bei jeder Währung auch: die nach der Wertfundierung des Geldes, über das Geldvermögensbesitzer verfügen, und das Schuldner zu zahlen haben. Wenn Schuld-ner nicht zahlen können, wird die Schuldverpflichtung sozialisiert; die Privatisie-rungstendenz des Geldes beschränkt sich also auf die Aktivseite der Bilanz. Sie gilt nicht für deren Passivseite. Die Probleme der elektronischen Sicherheit sind nur ein Aspekt, ein anderer ist die ökonomische Sicherheit. Sie hat etwas, und damit verlassen wir den virtuellen Raum, mit den realen Möglichkeiten von Schuldnern zu tun, Zah-lungen aus Einkommensströmen zu leisten. Eine Ökonomie besteht auch heute nicht nur aus „Zahlen" und „Nicht-Zahlen". Sie ist ein Raum des rentablen Produzierens, also der Mehrwertproduktion, und daher ein Ort der Stoff- und Energietransformation. Wenn rentable Produktion nicht möglich sein sollte, können auch Geldbeziehungen scheitern, gleichgültig wie innovativ sie organisiert sind. Ein Vorteil der Globalisie-rung und des „Cybermoney" allerdings liegt darin, daß die Flexibilität der Reaktion auf reale ökonomische Vorgänge enorm angestiegen ist. Die Krise in einem Land, an einem „Standort" kann durch Transfer von Kapital zum anderen „Standort" ausgegli-chen werden. Die Regierungen der „Standorte" sind fast ohnmächtig. Der „Tequila-Effekt" Ende 1994 hat dies gezeigt. Aber irgendwann geht der Rausch zu Ende. Das hegemoniale Vakuum muß gefüllt werden.


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Holloway
Altvater 1991
Altvater/Mahnkopf 1993